Als Buch erhältlich:
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Ulrich Stoll Einmal Freiheit und zurück Die Geschichte der DDR-Rückkehrer |
| Das Durchleuchtungsheim in Röntgental. Erschütternde Schick- sale aus einem geteilten Land. Ab September 2009 im Handel. Buch beim Verlag bestellen. |
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| Rückkehrer und Übersiedler |
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Ausgesuchte Biografien einiger Rückkehrer: Horst Geißler Sommer 1988 in Röntgental Der 1939 in Lossa geborene Horst Geißler war ab 1977 als Diplomingenieur im VEB Investbau Jena tätig. Am 23. Juli 1988 trat er mit seiner Ehefrau einen genehmigten Verwandtenbesuch nach Bayern an und meldete sich bei den westdeutschen Behörden als Flüchtling. Er durchlief vom 3. bis 5. August 1988 das Notaufnahmeverfahren in Gießen und blieb anschließend zwölf Tage in Frankfurt am Main. Aus Sorge um die berufliche Zukunft seines Sohnes und nach intensiven „Rückgewinnungsmaßnahmen“, wiederholten Anrufen aus der DDR, kehrte er in die DDR zurück. Drei Tage nach seiner Rückreise beging Horst Geißler am 20. August 1988 im Zentralen Aufnahmeheim Röntgental Selbstmord.
Annemarie Kretschmer Frühjahr 1981 in Röntgental Die gebürtige Kasselerin Annemarie Kretschmer, Jahrgang 1936, folgte 1955 ihrem Verlobten in die DDR. Sie bekam einen Sohn und zwei Töchter und lebte nach der Scheidung von ihrem Ehemann als alleinerziehende Kindergärtnerin in Seifhennersdorf in Sachsen. Ab 1975 stellte sie immer wieder erfolglos Ausreiseanträge, um ihre kranken Eltern in Kassel versorgen zu können. Erst 1980, nach dem Tod der Mutter, konnte sie mit der jüngsten Tochter Sabine, die 1967 zur Welt gekommen war, ausreisen. Nach elf Wochen im Westen wollten Mutter und Tochter in die DDR zurückkehren. Die elfjährige Sabine und ihre Mutter mussten sechs Wochen in Röntgental verbringen und wurden anschließend nach Westdeutschland abgeschoben und mit einer mehrjährigen Einreisesperre belegt.
Andreas Mäder Sommer 1988 in Röntgental Dr. Andreas Mäder, 1955 in Görlitz geboren, arbeitete in leitender Stellung bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Am 6. Juni 1988 trat er mit einer FDJ-Gruppe eine Reise nach Hamburg an, die er zur Flucht nutzte. Er durchlief vom 11. bis 15 Juni 1988 das Notaufnahmeverfahren in Gießen und kehrte am 17. Juni. 1988 über den Grenzübergang Schwanheide in die DDR zurück. Im ZAH Röntgental war er bis zum 28. Juli 1988 untergebracht und arbeitete danach im Verkehrskombinat Dresden. Bis Juli 1989 wurde er von der Staatssicherheit observiert.
Achim Mentzel Winter 1973/74 in Barby Achim Mentzel wurde 1946 in Berlin geboren und erlernte den Beruf des Polsterers. Mit 16 Jahren gründete er das Diana-Schau-Quartett und spielte bis zum staatlichen Verbot 1965 Titel der Beatles und Rolling Stones nach. Im Juni 1973 nutzte er ein Gastspiel des Alfons-Wonneberg-Sextetts in West-Berlin zur Flucht. Er arbeitete im Saarland sechs Monate lang als Schweißer und Freizeitmusiker. Am 11. November 1973 meldete Mentzel sich am Bahnhof Friedrichstraße zurück in der DDR und verbrachte neun Wochen im Aufnahmeheim Barby bei Magdeburg, anschließend 14 Tage im Bezirksheim Berlin-Weißensee. Er wurde wegen Republikflucht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Von 1974 bis 1979 sang und spielte er u.a. mit Nina Hagen in verschiedenen Unterhaltungsbands und begann 1979 eine Solokarriere. 1988 moderierte er die Unterhaltungssendung „Ein Kessel Buntes“ im DDR-Fernsehen und war auch nach der Wende als Musiker und Fernsehmoderator erfolgreich.
Frauke Moeller-Naumann Frühjahr 1986 in Röntgental Geboren 1964 in Goslar, erlernte sie nach dem Realschulabschluss 1983 den Beruf der Bürokauffrau und fand nach der Ausbildung im Januar 1986 keine Arbeit. Mit 21 Jahren entschied sie sich, zu ihrem Verlobten nach Ostdeutschland überzusiedeln. Am 1. März 1986 reiste sie in die DDR ein und verbrachte sechs Wochen im ZAH Röntgental. Danach musste sie in der Nähe von Güstrow im Haus der Schwiegereltern leben und durfte nicht zu ihrem Ehemann nach Berlin ziehen. 1987 trennten sich die Eheleute. Bis zur Wende wurde sie vom MfS überwacht. Frauke Moeller-Naumann arbeitete in einem Landtechnikbetrieb und dann in einer Produktionsgenossenschaft (LPG) bei Güstrow als Facharbeiterin in der Pferdezucht. Seit 1991 ist sie in einem Verlag in Güstrow tätig, seit 1994 als Verlagsleiterin.
Edith Schmidt Frühjahr 1986 in Röntgental Edith Schmidt wurde 1944 in Hennigsdorf geboren und war als Arbeiterin im dortigen Stahlwerk in der Dampferzeugung tätig. Nachdem ihrem älteren Bruder und dessen Frau die Ausreise nach Westdeutschland 1984 nach längerer Haft erlaubt worden war, stellte sie ebenfalls einen Ausreiseantrag. Sie heiratete 1985 einen Westdeutschen in der DDR und durfte nach Niedersachsen ausreisen. Nach drei Monaten Ehe meldete sie sich im Januar 1986 als Rückkehrerin am Bahnhof Friedrichstraße und wurde drei Monate lang in Röntgental festgehalten. Im Mai 1986 wurde sie aus dem ZAH entlassen und heiratete ihren jetzigen Ehemann, mit dem sie bis heute in Hennigsdorf lebt.
Manfred Stiehl Herbst und Winter 1977/78 in Barby Manfred Stiehl, geboren 1941 in Schönebeck/Elbe, trat 1966 der SED bei und arbeitete in verschiedenen Betrieben als Anlagen- und Kraftfahrer. 1974 wurde er aus der SED ausgeschlossen. Er ließ sich nach 13 Ehejahren scheiden und verlobte sich mit einer Westdeutschen. 1976 konnte er die DDR legal verlassen. Er verliebte sich in eine Frau in der DDR, löste die Verlobung in Westdeutschland und beantragte die Wiederaufnahme in die DDR. Von September 1977 bis Februar 1978 wurde er im Zentralen Aufnahmeheim Barby festgehalten. Nach seiner Entlassung und Wiedereingliederung überwachte die Staatssicherheit ihn und seine Frau bis Mitte 1980 in einer „Operativen Personenkontrolle“.
Alwin Ziel Sommer 1988 in Röntgental 1941 wurde Alwin Ziel in Quernau/Westpreußen geboren und ab 1965 an der Pädagogischen Hochschule Güstrow zum Diplomlehrer für Deutsch und Russisch ausgebildet. An der Humboldt-Universität Berlin erwarb er den Zusatzabschluss als Diplompädagoge (1974) und war als Leiter einer Beratungsstelle in Dessau und als Fachschullehrer an der Fachschule für Ökonomie in Berlin tätig. 1980 bis 1986 studierte er neben dem Lehrerberuf Rechtswissenschaft in Berlin mit dem Abschluss Diplom-Jurist. Am 22. April 1988 nutzte er einen von den DDR-Behörden genehmigten Verwandtenbesuch in der Bundesrepublik Deutschland zur Flucht. Nachdem seiner Frau und den beiden Söhnen der Umzug nach Westdeutschland verweigert worden war, kehrte er am 16. August 1988 in die DDR zurück und wurde bis zum 27. August 1988 im ZAH Röntgental festgehalten. Danach durfte er nicht mehr als Lehrer arbeiten und wurde wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität Berlin. Ab Dezember 1989 war Alwin Ziel Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) und wurde im März 1990 Abgeordneter der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer sowie Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales. Im Herbst 1990 wurde er in den brandenburgischen Landtag gewählt und war von 1990 bis 1999 Innenminister Brandenburgs. Von 1999 bis 2002 war er Minister für Arbeit und Soziales und gehört bis heute dem Landtag an. |







DDR-Rückkehrer und Übersiedler

