Als Buch erhältlich:

Ulrich Stoll
Einmal Freiheit und zurück
Die Geschichte der DDR-Rückkehrer


Das Durchleuchtungsheim in Röntgental. Erschütternde Schick- sale aus einem geteilten Land. Ab September 2009 im Handel.
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Initiative für eine Informationstafel in Röntgental PDF Drucken E-Mail

Aktuell 12/2009:

Infotafel in Röntgental eingeweiht Am 22. Dezember 2009 enthüllte Panketals Bürgermeister Rainer Fornell die Informationstafel, die an die Rückkehrer und Übersiedler erinnert, die das Zentrale Aufnahmeheim der DDR (ZAH) durchlaufen mussten. Das Künstlerpaar Hannelore Teutsch und Reinhard Jacob haben die Gedenktafel an der Schönerlinder Straße in Zepernick gestaltet. Pfarrer Gerd Natho erinnerte an die Erstürmung des Aufnahmeheims im Dezember 1989 durch die Zepernicker Bürger: "Wir hatte ziemliche Angst," berichtete Natho. Die Bürger erreichten damals die Umwandlung des Lagers in ein Altenheim. Im Jahr 2010 soll außerdem ein "Raum der Erinnerung" im Seniorenpflegeheim entstehen.

Rainer Fornell (rechts) während seiner Rede
anlässlich der Einweihung der Infotafel.

Mit Beschluss vom 26.10.2009 hat die Gemeindevertretung Panketal  festgelegt, dass eine Erinnerungstafel mit folgendem Wortlaut im Straßenraum der Gemeinde Panketal/Zepernick angebracht wird:

ZAH wird FAH.

An dieser Stelle befand sich von 1979 bis 1989 das Zentrale Aufnahmeheim (ZAH) des Ministeriums des Innern der DDR.

Die DDR-Behörden bezeichneten Übersiedler aus Westdeutschland oder DDR-Rückkehrer als "Aufnahmeersuchende" und setzten sie über mehrere Wochen im ZAH Röntgental fest. Die Betroffenen wurden hier von Volkspolizei und Staatssicherheit intensiv verhört und durchleuchtet. Man ließ sie im Unklaren darüber, wo sie sich befanden, wie lange ihr Aufenthalt im Heim dauern und ob die DDR sie überhaupt aufnehmen werde. Nicht alle Heiminsassen hatten die Kraft, diesen Bedingungen standzuhalten. Es kam im ZAH Röntgental zu Selbsttötungen und Selbstmordversuchen.

Im Dezember 1989 erreichten mutige Bürgerinnen und Bürger durch eine Demonstration, dass das ZAH geöffnet und danach in ein Seniorenpflegeheim /Feierabendheim - FAH umgewandelt wurde.


Initiative für eine Informationstafel.

Gegenüber den Gemeindevertretern von Panketal haben wir immer wieder angeregt, am ehemaligen ZAH eine Infotafel anzubringen und trugen unsere Argumente vor:

Im Dezember 1989 erzwangen die Zepernicker Bürger die Auflösung des ZAH Röntgental und die Umwandlung des Heimes in ein Seniorenheim. Das Hauptunterkunftsgebäude, Haus 11, wird heute von Senioren bewohnt. Ferner sind die früheren Wachgebäude am Vorder- und Hintereingang des ZAH-Geländes und die Zollbaracke samt Garagen erhalten.

Bis heute erinnert keine Informationstafel an die Geschichte des ZAH. Es wird daher angeregt, an einem der von Besuchern häufig frequentierten Gebäude wie der ehemaligen Wache (heute Café) oder dem Hauptgebäude (Haus 11) eine Informationstafel anzubringen.

Diese Informationstafel soll z. B. einen Lageplan des ZAH-Geländes zeigen. Historische Aufnahmen der Gebäude können einen zusätzlichen Eindruck von der Situation im Aufnahmeheim vermitteln. Die Infotafel soll die Systematik der Verschleppung der DDR-Rückkehrer in das Lager anhand der MfS-Dienstanweisungen dokumentieren und u.a. an die Menschen erinnern, die sich in Röntgental das Leben nahmen oder es versuchten, weil sie die wochenlange Gefangenschaft und die Verhöre nicht ertragen konnten.

Das ZAH Röntgental steht als zentrale Einrichtung der DDR für ein spezielles System der Überwachung und Unterdrückung.

Der Gemeindevertretung Panketal wird vorgeschlagen, anlässlich der 20. Wiederkehr des Jahrestages der friedlichen Revolution in der DDR und anlässlich der Auflösung des ZAH durch die Bürger diese Informationstafel aufzustellen.

Anfang Oktober 2009 bat Bürgerrmeister Fornell den Buchautor Ulrich Stoll, einen Textvorschlag für die Tafel zu erarbeiten. Dieser Vorschlag war die Grundlage für den Gemeinderatsbeschluss.

Haus 11, Hauptgebäude des
ehem. Zentralen Aufnahmeheims
Röntgental.
Picknicklaube vor der Zollbaracke.
 
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